Fasten - Teil 1

In der Fastenzeit streben viele Menschen nach einem anderen Ernährungsverhalten. Insofern ist dieses Thema Jahr für Jahr sehr populär. Ich durfte für das Steiermark Magazin des News Verlages das Thema Fasten als Ernährungsexpertin aufklären und einige Fakten schaffen.

Wie sinnvoll ist Fasten? Welche positiven Effekte sind zu erwarten?

Das primäre Ziel der unterschiedlichen Fastenarten besteht keineswegs darin Gewicht zu reduzieren, sondern das körpereigene Zellrecycling anzukurbeln sowie Körper, Geist, Gesundheit und Lebensdauer zu steigern. Es geht um Wohlbefinden, den eigenen Körper wieder kennen zu lernen, auf ihn und seine Bedürfnisse wieder zu hören. Nichts desto trotz kann die Gewichtsreduktion ein sehr positiver und angenehmer Nebeneffekt sein, sowie ein guter Start für ein gesünderes Ernährungsverhalten. Ergebnisse von Studien weisen darauf hin, dass das Risiko für chronische Erkrankungen, wie Diabetes Mellitus Typ-2, Adipositas oder Herz-Kreislauf-Krankheiten, sowie chronische Schmerzen und chronisch entzündliche Erkrankungen gesenkt werden kann.


Ist Fasten für Jedermann geeignet?

Prinzipiell ist Fasten für alle gesunden Erwachsenen geeignet. Menschen mit Stoffwechselerkrankungen (Diabetes mellitus, Hypertonie, Hypercholesterinämie usw.) sollten nur unter Begleitung fasten. Menschen mit Erkrankungen, ältere Menschen, Schwangere/Stillende, Menschen mit Essstörungen und Untergewicht sowie Kinder/Jugendliche sollen generell auf alle Fastenarten verzichten. Menschen mit Fruktosemalabsorption wird bspw. einer Saft-Kur abgeraten, da diese Säfte oft auch Fruktose (Fruchtzucker) enthalten.


Kann man mit der richtigen Anleitung zu Hause fasten?

Es hängt natürlich davon ab für welche Fastenart man sich entscheidet. Intervallfasten beispielsweise ist im Alltag leichter umsetzbar, mit weniger Risiken (wie Kopfschmerzen, Kälteempfinden, Kreislaufbeschwerden usw.) verbunden und benötigt aus Erfahrung keine ärztliche Begleitung. Bei länger andauerndem Heil-Fasten (mit Verzicht auf feste Nahrungsmittel) über 5-7 Tagen wird empfohlen sich von Experten begleiten zu lassen, gerade wenn dies zum ersten Mal durchgeführt wird.


Benötigt man beim Fasten eine ärztliche Begleitung?

Speziell für Menschen mit Stoffwechselerkrankungen oder Menschen, welche regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, ist eine therapeutische Begleitung sehr wichtig. Denn hier werden Medikamente teilweise neu angepasst oder ausgesetzt und Blutwerte genauer beobachtet. Wenn es um die „klassische“ Heil-Fasten-Methode geht (über einen längeren Zeitraum) ist es gerade bei Fasten-Anfänger empfehlenswert unter Begleitung zu fasten.


Es gibt verschiedene Fastenmethoden. Welche Vorteile haben Fastenwochen zweimal im Jahr gegenüber regelmäßigem 16:8-Fasten?

Fastenwochen können ein guter Beginn für ein langfristig gesünderes und ausgewogenes Ernährungsverhalten sein. Die Vorbereitung sowie das Fasten selbst lässt die Menschen sich mit sich selbst intensiver beschäftigen. Die Aufbautage (wo wieder feste Nahrung aufgenommen wird) sollen auch auf die Freude, den Genuss und die Wertschätzung der Nahrungsmittel bzw. Mahlzeiten abzielen. Die Sinneswahrnehmungen werden durch das Heil-Fasten erweitert bzw. wieder gestärkt. Fasten-Wochen können jedoch schwieriger in den Alltag integriert werden. Fastenwochen werden oft in Hotels und Kuranstalten angeboten, welche durch das Heil-Fasten führen und begleiten. Meist befindet man sich unter Gleichgesinnten und wird vom gesamten Umfeld inspiriert und unterstützt. Um den gesundheitlichen Effekt zu erhalten bzw. zu verlängern erhält man Wissen sowie Tipps wie sich ein gesunder Lebensstil auch in den Alltag leichter integrieren lässt.


Bei der 16:8-Methode hat man ein 8-Stunden-Zeitfenster wo gegessen werden darf und in den anderen 16 Stunden soll auf das Essen verzichtet werden. In den acht Stunden soll auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Dies kann eine gute Fastenart sein, welche unkompliziert und selbst durchgeführt werden kann. Diese Methode ist auch im Alltag leichter umsetzbar und benötigt meist keine aufwendige Vorbereitung oder einen Hotel- oder Kuraufenthalt. Aus Erfahrung jedoch, werden bei dieser Methode, wenn diese langfristig eingesetzt wird, tendenziell mehr Kalorien zugeführt als bei einem zeitunabhängigen ausgewogenen Essverhalten. Dies ist oft auch Zeitdruck, Angst vor Hungergefühlen sowie als Freibrief für eine fett- und zuckerreiche Ernährungsweise zurückzuführen. Die Folge ist meist eine Gewichtszunahme obwohl eine Reduktion angestrebt wurde.


Eine ausgewogene Ernährungsweise spielt nicht nur bei diversen Intervall-Fasten-Arten sowie nach dem Heil-Fasten eine große Rolle, sondern auch in unserem täglichen Alltag.


Alles Liebe,

Diätologin Yasmin

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