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Abnehmspritzen – Warum sie in Wahrheit nur eine weitere Crash-Diät sind

Teil 2/3


Im letzten Beitrag hast du schon einen Einblick bekommen, was es mit Abnehmspritzen auf sich hat, für wen sie eigentlich gedacht waren und wie der Wirkmechanismus dahinter funktioniert. Heute wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, welche Nebenwirkungen damit einhergehen können und warum du besonders beim Aspekt des langfristigen Gewichtsmanagements Vorsicht walten lassen solltest. Denn – so viel schon einmal vorab – wirklich nachhaltig sind solche Spritzen (noch) nicht.


Wie jedes Medikament, das auf den menschlichen Körper einwirkt, sind auch Abnehmspritzen mit dem Wirkstoff Semaglutid – bekannt als Ozempic und Wegovy – mit Nebenwirkungen verbunden. Das sollte auf der Hand liegen, die Tragweite jener ist aber bei weitem nicht jedem bewusst.

Es fängt relativ harmlos an: Bei mehr als 1 von 10 Anwender:innen kommt es zu Übelkeit und Durchfall, bei mehr als 1 von 100 zu Erbrechen, Verstopfung und weiteren gastrointestinalen Beschwerden. Schwindel und Erschöpfung treten ebenso häufig auf. Alles nichts sonderlich Angenehmes, wenn man mich fragt, aber damit kann man durchaus leben. Vorausgesetzt, der eigentliche Nutzen des Medikaments überwiegt die Risiken.


Nun kann es jedoch auch zu schwerwiegenderen Nebenwirkungen kommen. Gelegentlich tritt eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse auf, häufig sogar Gallensteine, selten eine anaphylaktische Reaktion. Auch von Schilddrüsenkarzinomen wird berichtet. All diese Zustände sind potentiell lebensbedrohlich, also nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Was zudem besonders in Kombination mit anderen Diabetes-Medikamenten gefährlich werden kann, ist die sogenannte Hypoglykämie, umgangssprachlich „Unterzuckerung“. Jene beschreibt den Zustand nach einem rapiden Blutzuckerabfall, hier eben erzeugt durch die erhöhte Insulin-Ausschüttung aufgrund der Semaglutid-Verabreichung (siehe letzter Beitrag). Auch Hypoglykämien sind potentiell lebensbedrohliche Zustände und erfordern sofortige Behandlung.


Die Liste der Nebenwirkungen ist lang, ähnlich wie bei vielen anderen Medikamenten. Sorgfältig und individuell von Ärzt:innen ausgewählt haben diese jedenfalls ihre Daseinsberechtigung, da – wie erwähnt – der Nutzen für die einzelne Person im besten Fall größer ist als die Nachteile. Problematisch wird es dann, wenn solche durchaus riskanten Hypes und „Lifestyle-Trends“ nicht hinterfragt werden und keine ausreichende Aufklärung stattfindet. Ich denke, an diesem Punkt stimmst du mir zu, oder?


Doch wie steht es um die Nachhaltigkeit der Abnehmspritzen? Es wäre natürlich verlockend, auf sie zurückzugreifen, wenn der Effekt nach ein paar Injektionen langfristig bestehen bliebe und man nie wieder mühsam Gewicht verlieren müsste. Leider ist diese Vorstellung nur eine schöne Fantasie. Da der GLP-1-Agonist Semaglutid einem körpereigenen Hormon ähnelt, muss er auch regelmäßig verabreicht werden. Andernfalls kehrt der Hormonspiegel automatisch wieder zum Ausgangspunkt zurück. Der angenehme Effekt der Appetithemmung verschwindet dadurch so schnell wie er gekommen ist und das Gewicht steigt nach anfänglicher wundersamer Fettverbrennung wieder an.


Und woher kennen wir diesen Jo-Jo-Effekt? Richtig, von all den Crash-Diäten, die wir mühsam aus unserem Leben verbannt haben.


Nicht richtig angewandt sind Abnehmspritzen also nichts anderes eine weitere erfolglose Diät. Man sollte sich daher bewusst sein: Eine effektive Therapie mit Semaglutid ist ein Leben lang notwendig. Es sei denn, man ist bereit, etwas am eigenen Lebensstil zu verändern. Doch das könnte man in den meisten Fällen – Überraschung – auch ohne Abnehmspritzen schaffen!

Wie du eine erfolgreiche Lebensstiländerung angehst und was wir von solchen Hypes lernen können, erfährst du im letzten Teil dieser Blogpostreihe. Wenn Du Schwierigkeiten hast, Deine Ziele zu erreichen, hole Dir Unterstützung. Das 12 Wochen Programm Perspektive Wohlfühlgewicht ist ein Beratungsprogramm, indem ich Dich begleite damit Du deine Ziele trotz Wechsel oder Schilddrüsenerkrankung (z.B. Hashimoto) auch wirklich erreichst.

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